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Tag der Sicherheit 2016: Kindersicherheit

Lebensgefahr Fenstersturz: So schützen Sie Ihr Kind!

Mit ihrer heurigen Präventionskampagne schieben die österreichischen Länderversicherer der Bedrohung einen „Riegel“ vor!

Etwa alle drei Wochen stürzt in Österreich ein Kind aus einem nicht gesicherten oder geöffneten Fenster. Die Folgen sind schwerste Verletzungen, in zwei bis drei Fällen pro Jahr endet der Fenstersturz sogar tödlich. Die Vereinigung der Österreichischen Länderversicherer – darunter die Niederösterreichische Versicherung AG – startet an ihrem diesjährigen Tag der Sicherheit eine Informations- und Präventionskampagne zu diesem Thema. Mithilfe eines verschließbaren Fenstergriffs soll der tödlichen Gefahr ein nicht nur sprichwörtlicher Riegel vorgeschoben werden.

Tödliche Gefahr für Kinder

Im Mai zeigt sich der Frühling von seiner schönsten Seite und bei angenehmen Temperaturen genießen wir die herrlich frische Luft durchs weit geöffnete Fenster. Aber Achtung: ein offenes oder ungesichertes Fenster stellt für Ihr Kind eine tödliche Gefahr dar. Ihr Nachwuchs möchte nur die Umwelt entdecken, doch ein unbeobachteter Moment kann ausreichen, um den Halt zu verlieren und in die Tiefe zu stürzen. Laut Statistik des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KfV) passiert ein solcher Unfall in Österreich im Schnitt alle drei Wochen. Die Folgen eines Sturzes sind fatal und reichen von Prellungen und Knochenbrüchen bis hin zu lebensgefährlichen Verletzungen. Schon aus zwei Metern Höhe kann ein ungebremster Sturz auf den Kopf für ein Kleinkind tödlich enden. 2015 kam es laut KfV in diesem Zusammenhang zu zwei Todesfällen, elf Kinder wurden zum Teil schwer verletzt. Besonders gefährdet sind Kinder unter fünf Jahren: Sie machen rund siebzig Prozent der Fenstersturz-Opfer aus, ein Viertel davon wiederum sind Kinder im Alter von drei Jahren.

Beobachten & absichern

Kaum zu glauben: Die betroffenen Kinder waren zum Zeitpunkt des Unfalles in den meisten Fällen nicht allein zuhause! Die Aufsichtsperson hielt sich in der Nähe beziehungsweise in einem Nebenraum auf. Dazu Dr. Hubert Schultes, Generaldirektor der Niederösterreichischen Versicherung AG: „Schon ein kurzer Moment, in dem wir unser Kind bei geöffnetem Fenster oder offener Balkontür unbeaufsichtigt lassen, kann für einen folgenschweren Unfall ausreichen. Deshalb appellieren wir an alle Eltern: Unterschätzen Sie nicht die Gefahr – auch wenn ihr Kind noch sehr klein ist!“. „Denn unser Nachwuchs findet Wege, um in die Höhe eines Fensters zu gelangen“, erklärt Thomas Hauser, Landesgeschäftsführer des NÖ Zivilschutzverbands, „ob Sessel oder Schaukelpferd – Kinder sind kreativ und nutzen alles als Kletterhilfe, um ans Fenster zu kommen.“ Deshalb sollten Kinder nie unbeobachtet in Räumen mit ungesicherten oder offenen Fenstern oder Balkontüren bleiben.

Um dennoch nicht auf regelmäßige Frischluftzufuhr verzichten zu müssen bietet sich der Einbau eines verschließbaren Fenstergriffes an. Damit kann das gesicherte Fenster nicht weiter als zehn Zentimeter geöffnet werden. Eine Sicherheitsvorkehrung, die von der Vereinigung der Österreichischen Länderversicherer sowie der Niederösterreichischen Versicherung unterstützt wird. „Im Rahmen unserer Aktion zum Tag der Sicherheit verteilen wir Sicherheits-Fenstergriffe. Diese können schnell und einfach angebracht werden und schützen so das Leben unserer Kinder“, erklärt Mag. Bernhard Lackner, Vorstandsdirektor der NV. Dabei ist jedoch zu beachten, dass diese auch fachgerecht eingesetzt werden, denn, so Lackner: „Die beste Sicherung hilft nicht, wenn das Fenster dann zum Lüften wieder weit offen bleibt!“

 

Weitere Sicherheitstipps

Einfache Sicherheitsmaßnahmen schützen das Leben Ihres Kindes. Deshalb finden Sie hier einige Tipps zur Unfall-Prävention:

  • Lassen Sie Ihr Kind beim Lüften niemals unbeaufsichtigt! Nehmen Sie Ihr Kind mit, wenn Sie den Raum verlassen!
  • Stellen Sie keine Kletterhilfen in der Nähe von Fenstern und Balkontüren auf! Sessel, Tische oder Ähnliches werden von Ihrem Kind als Aufstiegshilfe genutzt.
  • Denken Sie auch beim Fensterputzen an die Gefahr eines Fenstersturzes und lassen Sie Ihr Kind keinen Moment unbeobachtet!
  • Legen Sie nichts auf Fensterbretter oder Balkonbrüstungen, das für Ihr Kind ein Anreiz sein könnte!
  • Bringen Sie altersgemäße Fenstersicherungen an Ihre Fenster und Balkontüren an!

 

Vorsorge für den Ernstfall: Private Unfallversicherung

Trotz aller Sicherheitsmaßnahmen kann die Gefahr eines Unfalles beziehungsweise einer Verletzung nicht gänzlich ausgeschlossen werden. Im Fall des Falles deckt die gesetzliche Krankenversicherung die Behandlungskosten bei Unfällen und Krankheiten grundsätzlich ab. Sie kommt darüber hinaus auch für Folgeschäden aus einem Unfall auf, allerdings nur für Kinder ab dem verpflichtenden Kindergartenjahr, in der Schule, auf dem Schulweg und bei Schulveranstaltungen. Das bedeutet, dass Unfälle zu Hause, aber auch bei einem jüngeren Kind, nicht gedeckt sind. „Um diese Lücke zu schließen, empfehlen wir allen Eltern den Abschluss einer privaten Unfallversicherung! Nur so ist gewährleistet, dass beispielsweise bei langfristiger Invalidität des Kindes zu den ohnehin großen Sorgen nicht auch noch finanzielle Sorgen hinzukommen“, erklärt Hubert Schultes. Die Unfallversicherung leistet nach einem Unfall einmalig, sodass im Falle einer langfristigen Invalidität beispielsweise Mittel für nötige Umbauarbeiten zur Verfügung stehen.

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